Gedankenstaub

Zahlreich wie Staub und frei : Meinung und Gedanke

Seltsame Dinge passieren

Und auf einmal passier’n sehr seltsame Dinge hier
Sehr seltsame Dinge passier`n hier
Sehr, sehr seltsame Dinge
Seltsame Dinge passier`n hier mit mir
Da gibt`s kein`Zweifel
(Toy Story)

Zack, quasi schon alles gesagt.

In einer Zeit, in der ich persönlich vermutet hätte, aus dem Schreiben nicht mehr rauszukommen, so vieles gäbe es mitzuteilen, habe ich so gut wie nichts zu Papier (Bildschirm) gebracht.

Manchmal einfach nur hin- und hergerissen.
Manchmal einfach nur sprachlos.
Manchmal einfach nur genervt.
Manchmal einfach nur müde.
Manchmal einfach nur wütend.

Corona…..

Ja, unser aller Leben ist nun ein anderes. Und es wird ein anderes bleiben.

Nun gut, ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass wir in unseren Breitengraden ein „Luxusleben“ führen und ein wenig Dankbarkeit nicht schaden könne, in einem „reichen“ Land leben zu dürfen.

Schlange stehen…. mich auch darüber in der Vergangenheit geäußert, hat nun eine neue Bedeutung bekommen. Wir stehen vor Supermärkten, Apotheken, warten in der Schlange, dass wir notwendigere Dinge bekommen, als ein Autogramm von einem Popstar.

Unsere Supermärkte sahen besonders zu Anfang der Pandemie noch nie so aus. Leere Regale, mehr als vollgepackte Einkaufswagen.

In der Woche nach Karneval, als die Hamsterkäufe begannen, hatte ich das „Vergnügen“, ein paar Kleinigkeiten besorgen zu wollen. Nichts Lebensnotwendiges, aber schön, wenn denn vor dem Wochenende im Haus. Ich glaube, ich war die Gechillteste im ganzen Laden. Hektik, Panik, bis hin zu knapper Hysterie gespürt, schlenderte ich durch das Geschäft, betrachtete die Menschen und die leeren Regale und in mir keimte tatsächlich Hoffnung auf, dass die Menschen jetzt vielleicht lernen würden, das wir dankbar sein können, für das, was wir bis jetzt hatten.

Die Einschränkungen begannen. Ein neues Leben für jeden einzelnen hat begonnen…..

Corona….

nein, hat mir nie Angst gemacht. Ich hoffe, ich werde keines Besseren belehrt, aber der Virus machte mir in den letzten Wochen die wenigsten Sorgen.

Sorgen machten mir die Menschen….

Die Unreflektiertheit, der Egoismus, die Kleinkriege, die sofort zu verhärteten Lagern führten.

Ich sah, hörte, las vieles und nicht selten habe ich es (wie so oft) nicht verstanden.

Plötzlich war die Gesellschaft in zwei ganz klare Gruppen geteilt.

Systemrelevant
Nicht systemrelevant

Danke für die Erkenntnis, dass ich für das System nicht relevant bin.

Das sind so Dinge, auf die ich nicht wirklich klar komme. Nicht, weil ich mich persönlich angegriffen fühlen könnte, sondern weil ich eine so harte Spaltung der Gesellschaft sehr grenzwertig finde.

Plötzlich werden für systemrelevante Menschen geklatscht. Solidarität bekundet.
Für die Verkäuferin, die sich noch vor 8 Wochen von jedem 3. Kunden*in anmachen musste, warum keine 2. Kasse aufgemacht wird?
Geklatscht für den LKW-Fahrer, der wahrscheinlich nicht selten angehupt und mit Gestiken gezeigt bekommt, dass er stört?
Die Pflegekraft, die eh schon unterbezahlt einen unbezahlbaren Job macht und mit Sicherheit auch das ein oder andere an Meckereien einstecken muss?

Ja, für solche Menschen wird/wurde abendlich geklatscht?

Warum nicht von Haus aus mit Respekt behandeln? Vor Krisenzeiten? Vor der Erkenntnis, dass diese Menschen das Land (auch) am Laufen halten?

*kopfschüttel*

Bleibt es uns denn wenigstens in Erinnerung oder fallen wir bei einer neuen Normalität zurück in alte Verhaltensmuster?

Herdenimmunität….

Auch ein Wort, welches mir Magendrücken verursacht hat.

Herde….
Schafherde?
Kuhherde?

Wie ist es gemeint?

Könnte man nicht Bürgerimmunität oder Volksimmunität sagen?

Nun ja, was soll ich sagen…. ich hatte ja Zeit, mir über Dinge Gedanken zu machen.

Wie auch immer, diese Zeit ist wohl für jeden eine ureigene Herausforderung.

Die einen vermissen ihre Sozialkontakte. Die anderen den Friseur, ihr Nagelstudio. Die anderen sind im Homeoffice mit den Kindern „gefangen“, die anderen bangen um ihre Existenz. Andere leiden an der Isolation. Die nächsten vermissen schmerzlich ihre gewohnten Shoppingtouren.

So unterschiedlich wie die Menschen werden wohl auch die Sorgen und Nöte der einzelnen sein.

Manche finden sich leichter in die neue Situation, andere leiden fürchterlich.

Vielleicht hat auch der ein oder andere es als Chance/Herausforderung betrachten können. Entschleunigung, mit alten Gewohnheiten „brechen“, mehr Familie, mehr selbst…. Kreativität in verschiedenen Bereichen entwickeln, besinnen auf….

Ich fände es schön, wenn man sieht, dass es auch vielleicht hier und da etwas Gutes hatte, aus seinem „Trott“ gerissen zu werden.

Naja, ich habe gut reden…. meine persönliche Corona-To-do-Liste ist bei Weitem noch nicht abgearbeitet.

Tatsächlich habe ich, warum auch immer, noch nicht das quälende Gefühl der Langeweile. Irgendwas fällt mir immer ein, was ich tuen kann.

Auch geniesse ich in der Tat die Möglichkeit, ohne zeitliche Einschränkung mit dem Hund draußen zu sein. Eine Stunde oder zwei…. völlig egal.

Ich bin froh und dankbar, raus zu dürfen. Meine Horrorvorstellung wären 14 Tage Quarantäne, komplette Ausgangssperre wie in Spanien.
Und hoffe inständig, dass ich das nicht erleben muss.

Was ich in dem Zusammenhang tatsächlich nicht verstanden habe, war der kurze Bericht über den Kölner Zoo.

Menschen, die froh sind, dass sie wieder etwas mit den Kindern unternehmen können. Ihnen nach der langen „Durststrecke“ etwas bieten wollen, denen fällt nichts Besseres ein als Tiere hinter Gittern zu besuchen?

Ich bin da raus. Gefällt es den Tieren, lebenslang eingesperrt zu werden, abseits ihrer natürlichen Lebensräume, vorgegebene Kontaktmöglichkeiten zu Artgenossen?

Haben wir nicht zumindest ansatzweise einen Einblick bekommen, wie es sich anfühlt, in seiner Freiheit eingeschränkt zu werden?

Reflektion……

Naja, sind ja nur Tiere….

systemrelevant….
nicht systemrelevant….

Wenn Unterschiede zu Wertungen werden….

Was mir auch in den Wochen fürchterlich auf den Nerv ging, waren die durchweg negativen Stimmungsmeldungen. Klar, wir haben eine Pandemie, ja wir müssen handeln, natürlich müssen wir mitmachen.

Aber jede noch so kleine positive Radio/Fernsehmeldung wurde sofort im nächsten Satz negiert. Warum? Ein klein wenig Optimismus, ein klein wenig Hoffnung hilft den Leuten auch mal. Oder aber klare Ansagen. Nicht mal vorsichtig mit 14 Tagen vorsichtig beginnen und ziehen, ziehen, ziehen, ohne Aussicht auf eine Deadline.

Wenn die Reproduktionszahl so und so ist, können wir….. Nein, die Zahl war erreicht und nichts passierte. Wenn das, dann können wir das…. auch hier nicht. Schwammig…. ohne Pack an für die Menschen…. ohne Perspektive….

Ich habe über die Wochen aufmerksam die Zahlen verfolgt. Bin ein Zahlenmensch und mehr als einmal bin ich über sie „gestolpert“. Zumal ja oftmals nur Index-, Quarantäne- und Todesfälle gemeldet wurden.

Gestern über eine Meldung gestolpert, dass vorgestern aktuell 24106 in Deutschland infiziert sind. Auf 83 000 000 sind es aufgerundet 0,03 %. Das ist eine Prozentzahl, die mir tatsächlich keine Sorge macht.

Insofern war absehbar, dass heute umfangreiche Lockerungen stattfinden mussten. Die Leute werden ungeduldig, verstehen die Einschränkungen nicht mehr.

Ja, Corona ist nicht weg. Wir müssen weiter damit leben. Und nein, ich ziehe jetzt nicht den Grippevergleich heran.

Aber Menschen brauchen Hoffnung und Perspektiven. Menschen müssen verstehen und nachvollziehen können. Sie brauchen nicht nur Panikmache und Horrormeldungen.

Sie brauchen manchmal aber auch Vorbilder. Dass die Menschen, die über Einschränkung und Lockerung (mit)entscheiden, mitmachen. Abstand halten, Mundschutz (richtig) tragen.
Bilder, die mich von unseren Politikern wirklich erschüttert haben. Dicht stehend im Aufzug oder beim Entgegennehmen von tausenden Mund-Nasen-Bedeckungen, Händeschütteln ect.
Ich war fassungslos.

Die Menschen, die uns mantramässig ermahnten, sich an die Regeln zu halten, haben die genau dies nicht leisten können?

Natürlich kam bei mir dir Frage auf, wie es sein kann, dass sie sich so verhalten, wenn Corona doch sooo gefährlich ist? Glaubten sie nicht daran? Waren sie geschützt? Wie kam es, dass sie scheinbar keine wirkliche Sorge vor einer Ansteckung hatten?

Fragen, über Fragen….

Corona hat vieles in Frage gestellt.

Und ich denke, ganz, ganz viele Fragen sind noch nicht im Ansatz beantwortet.

Ich weiß nicht, wohin die Reise führt.

Manches wird vielleicht anders.
Manches wird vieleicht ungewohnt.
Manches wird vielleicht schwierig.
Manches wird vielleicht ganz neu.
Manches wird vielleicht schön.

Lassen wir uns überraschen, wohin die Reise geht und seien wir gespannt.

Bleibt gesund, habt eine schöne Zeit und geniesst sie so gut es geht.

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