Gedankenstaub

Zahlreich wie Staub und frei : Meinung und Gedanke

Prominenz und Status

Okay, okay, das angestrebte Ziel von einem Quartal erreiche ich nun nicht mehr, aber was soll’s.

Ein „bisschen“ Geschreibsel einfach nur Just for Fun.

Prominenz, Halbgötter in Weiß, Status, Einkommen und Nina

Es ist ja kein Geheimnis, dass Begegnungen, Gespräche, Gehörtes oder Gelesenes Input für reichhaltige Texte bietet. So auch hier.

Prominenz……

Berühmte Menschen, allseits bekannte Menschen, die sich in der Gesellschaft hervorgetan haben. Durch Talente, harte Arbeit, Zielstrebigkeit, Glück, Zufall oder welchen Faktoren auch immer geschuldet.

Wie auch immer, man kennt sie. Sollte man zumindest.

Zu meiner Ehrenrettung sei kurz erwähnt, dass ich über ein lausiges Gesichtergedächnis verfüge. Also, nicht böse sein, wenn ich jemanden nicht auf der Straße erkenne, ein Defizit, welches mich mein Leben lang schon begleitet.

Nicht sonderlich hilfreich, wenn es um sogenannte Prominente geht. Wobei…. für mich auch nicht sonderlich tragisch, da ich noch nie „promigeil“ war und hoffentlich nie werde.

Menschen, Menschen die es geschafft haben, wodurch und wie auch immer in der Öffentlichkeit zu stehen.

Prima, freut mich. Möchte ich eh nicht haben. Aber solange es ihnen gefälllt…. warum dann nicht.

Ich verstehe auch, dass man mit Berühmtheit besser werben und verkaufen kann, als mit Lieschen Müller von nebenan.
Dass es bezüglich Kontakten, sowie eigenes „Vorankommen“ Nützlichkeit bietet.

Ein Prominenter, der Meinung äussert, wird eher gehört, dem wird möglicherweise eher geglaubt.

Soweit, so gut und dann der Gedanke: „Wer hat diese Menschen denn prominent gemacht? Die Sänger, Schauspieler, Autoren, Künstler, Sportler usw. War es nicht die Masse, die sie „groß“ gemacht haben? Konzerte besuchen, Bücher, Bilder, Tickets kaufen, Filme und Shows anschauen?

Um so unverständlicher für mich, dass es wohl einige darunter gibt, die sich für wahre Götter halten. Die Menschen, sprich die Fans, behandeln, als hätten diese nicht mit ihrem Geld dafür gesorgt, dass sie erreicht haben, was sie nun sind.

Umgekehrt verstehe ich allerdings auch nicht die unglaublich langen Schlangen, die für ein Autogramm von z. B. einem/einer Influencer/in (sorry, das Wort erinnert mich tatsächlich immer noch an eine Grippe) anstehen.

Schminktipps, Mode, Alltagssituationen, Ratschläge, Bastel- und Werkideen…. gefilmt und online gestellt. Cool, klar, aber ich bin scheinbar zu alt, den Hype zu verstehen, wenn diese Personen real anzutreffen sind.

Für mich persönlich kann ich nur sagen, dass es mir ziemlich egal ist, ob einer prominent ist oder nicht. Zum einen würde ich es wahrscheinlich eh nicht wissen, zum anderen geht es mir um den Menschen an sich. Mag ich ihn? Ist er sympathisch? Kann ich mich mit ihm unterhalten? Sind die Gespräche interessant? Wenn ja, ist der Mensch für mich interessant. Wenn nicht, kann ich mit Gegenüber nicht allzu viel anfangen, was mit Sicherheit auf Gegenseitigkeit beruhen wird.

Aber nur wegen Berühmtheit in Schockstarre zu fallen, kann ich mir nicht vorstellen.

Denn was passiert, wenn der Applaus irgendwann ausbleibt? Die großen Hallen leer bleiben? Die Zuschauer/Leser/Käufer wegbleiben?

Ja, okay, erst einmal kann man mit Dschungelcamp und Co. versuchen, den Namen, grade im Showbiz, wieder in aller Munde zu bekommen und an vergangene Erfolge anknüpfen.

Und doch steht und fällt Berühmtheit oftmals mit vielen „kleinen“ Leuten.

Halbgötter ind Weiß

Ja, dummerweise hier und da unweigerlich Kontakt mit ihnen gehabt, fehlte mir auch hier die Ehrfurcht vor dem Anblick eines weißen Kittels oder der Huldigung der Person, die ihn getragen hat.

Seltsam, ja ich weiß, aber was soll ich sagen…..

Ich mag ihnen die Leistung von Studium, Ausbildung, Entbehrungen usw. auch gar nicht streitig machen. Und doch reduziere ich in die Begegnungen auf den Mensch in einem Fachbereich und hoffe, a) die Person ist fachlich gut ausgebildet und b) menschlich im Umgang mit Gegenüber.

Ärzte erlebt, bei denen eine gewisse Erwartungshaltung mitschwang, sie entsprechend zu „huldigen“. Aber auch solche, die „Mensch“ geblieben sind. Mit denen man Gespräche führen konnte, bei denen man sich, zusätzlich seiner gesundheitlichen Probleme nicht noch schlechter fühlen musste, weil ein „Ungleichgewicht“ deutlich zu spüren war.

Ganz befremdlich für mich, wenn eine Schar von Assistenzärzten dem Halbgott in Weiß folgen, das Sprechen zwischen ihm und mir übernehmen. Da frage ich mich immer: „Muss das so oder wäre es nicht einfacher, den kurzen „Dienstweg“ zu wählen?“

Für mich mal sehr erfreulich, als bei einer Chefarztvisite der Chefarzt sofort abwinkte, unterbrach und klar machte: „Ich kenne die Frau Breker.“ Und ja, wir haben uns so normal und wie „normale“ Menschen unterhalten, dass die beiden aufgeregt, perfekt gestylten Omas auf dem Zimmer ganz irritiert waren, wie man so mit dem Halbgott reden kann. War es für sie scheinbar das Highlight der Woche, dass er persönlich nach dem Wohlbefinden fragt. Naja, andere Generation, alles gut. Aber auch die Begleiter waren sichtlich irritiert. Eigentlich hatten scheinbar nur der Chefarzt und ich Spaß bei unserem kurzen Plausch, bei dem tatsächlich auch gelacht und gefrotzelt wurde.

Und meinerseits die Erkenntnis: „Ja, super, es geht also auch anders. Man kann auch mit weißem Kittel ein Mensch bleiben.“

Status, Einkommen

Manche mögen es anzweifeln, aber mich interessiert nicht, was Menschen auf dem Konto, unter Kissen, im Garten vergraben haben. Neid auf Autos, Häuser, sonstige Statussymbole scheint mir auch zu fehlen.

Keine Ahnung, wieviel sie dafür leisten mussten, ob sie geerbt und liebgewonnene Menschen verloren haben oder einfach nur Glück im Leben.

Sei`s drum. Deren Leben.

Auch hier wieder…. ich habe über die Jahre Kontakt mit so vielen unterschiedlichen Menschen gehabt. Mit Armen und besser Bestellten. Erfolgreichen Geschäftsleuten, Ärzten, Banker und auch mit Arbeitern, Alleinerziehenden, Schüler/innen und Student/innen.

Natürlich frotzelt man mal, wenn man einen Kunden zweimal um die Ecke fahren hört mit seinem nicht alltäglichen Auto. Aber da schwingt kein Neid mit.

Aus eigenen Kreisen konnte ich über lange Jahre beobachten, was ein finanziell besser bestelltes Leben kostet. Auch hier gefrotzelt: „Du brauchst ’ne Schubkarre, deine Kohle nach Hause zu bekommen.“ Und doch hätte ich nie tauschen wollen. Der Preis wäre mir zu hoch gewesen. Und jetzt, die Zeiten andere, sieht man erst, wie hoch der Preis tatsächlich war.

Auch habe ich mal lustig mit einem Banker geplaudert. Wie auch immer passiert, kamen wir auf Thema Kleidung, Uhren usw.

„Du, sei mir nicht böse, du könntest mit maßgeschneidertem Anzug und Rolex hier reinkommen und ich würde wohl nur sagen, dass du dich heute richtig schick gemacht hast.“

Es mag daran liegen, dass es a) nicht meine Preisklasse ist und b) mich Markenklamotten noch nie interessiert haben

Als er dann erzählte, er könnte sich für wichtige Termine problemlos in 10000 € kleiden und es würde auch geschaut, was die jeweiligen Leute anhaben, fiel mir nur noch wenig ein.

Zugegeben, es ist und war nie meine Welt und ich wage zu bezweifeln, dass ich sie jemals kennenlerne werde. Aber ganz ehrlich, ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sie mir gefallen könnte.

Möge man mich eines Besseren belehren, aber eine Welt, in der so viel Wert auf Preis, Aussehen, Status gelegt wird, bleibt mir hoffentlich verwehrt.

Um Missverständnissen vorzubeugen…. ich gönne jedem, was er hat.

Für mich bleibt aber der Mensch im Fokus. Ja, auch wenn man mir nachsagt, ich könne keine Menschen leiden.

Mich interessiert die Person und nicht das Bankkonto oder Auto.

Das Verhalten, das Handeln macht für mich das Gegenüber aus. Interessante Gespräche, Sympathie.

Etwas, was ich weder an Statussymbolen noch an Status, Einkommen festmache.

Jemand, wirklich nicht gut finanziell gestellt, hat mich nun schon mehrfach mit seinem Handeln beeindruckt. Ganz am Anfang böse in die Vorurteilsfalle getappt, habe ich mich zwischenzeitlich mehr als einmal im Stillen entschuldigt und gedacht: „Von deiner Gradlinigkeit, deinem Verhalten, könnten sich viele Leute eine Scheibe abschneiden.“

Das heißt nicht, dass Menschen, die mal eben Samstags auf der Kö in Düsseldorf shoppen gehen zwangsläufig unsympathisch sind. Aber eben dieser Umstand, das sie es tuen, spielt im Umgang miteinander keine Rolle und sorgt auch meinerseits nicht für Eindruck.

Vielleicht auch, weil sie halt shoppen gehen. Etwas, was ich nur ganz unfreiwillig tuen würde.

Wir haben „intern“ spaßeshalber mal ein wenig rumgesponnen, was wäre, wenn wir plötzlich ganz viel Geld hätten, also so viel, dass man nicht mehr weiß, wohin damit und Zutritt zu der High Society bekämen. Lachen, ein paar Gedankenspiele, Überlegungen, ob wir in unserer Art und Umgang lange Bestand bei den „oberen Zehntausend“ hätten.

Ich glaube nicht. Vielleicht weil wir es nicht kennen. Vielleicht weil es uns so fremd ist.

Kann man sich wirklich so verändern, dass es doch passen könnte? Seine Vergangenheit, seine Überzeugungen hinter sich lassen und so etwas völlig Fremdes als Normalität ansehen?

Nina

Und doch würde ich aus heutiger Sicht das Geld nehmen, ein geeignetes Objekt suchen und versuchen, der ein oder anderen geschundenen Tierseele zeigen, dass das Leben auch schön sein kann.

Würde die Herausforderung, mich mit dem neuen Unbekannten auseinandersetzen zu müssen, nicht annehmen wollen.

Nicht meine Welt und wird sie wohl (aus pragmatisch, finanzieller Sicht) auch nie werden.

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Missverständnisse – im zwischenmenschlichen kaum zu vermeiden.

Daher noch der Nachtrag:

Jeder wie er möchte. Sein Leben, nicht deins, nicht meins.

Arbeitet, schafft euch Ziele, wie auch immer geartet.

Erfreut euch an „Luxus“, Konsum, Dinge halt, die man sich leisten kann.

Oder lasst es. Erfreut euch anderweitig, geniesst den Moment, an weniger Konsum.

Sympathie, Anerkennung, Akzeptanz hat mMn nichts mit dem Bankkonto oder Statussymbolen zu tuen.

Schlussbemerkung Das von uns hier bereitgestellte Material soll rein der öffentlichen Bildung und zur Anregung geistiger Auseinandersetzung dienen. Dieses Material wird rein zum Zwecke der Kritik, der Stellungnahme, der Berichterstattung, der Bildung und der Wissenschaft zur Verfügung gestellt und stellt daher keine Urheber,- Rechtsverletzung dar. Insofern es uns möglich ist, werden wir immer die original Quellen und Urheber benennen.

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(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.
(3) 1 Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. 2 Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.
https://dejure.org/gesetze/GG/5.html

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